Steelman Hannover mit ffn

Aufgrund eines Spaßes war ich doch tatsächlich beim Steelman in Hannover am Start. Der Steelman ist wie der Vull wat Manns Loop ein Hindernis-Crosslauf, nur war die Strecke hier nicht 5, sondern 9 km lang und zudem war es bereits Dezember. Auf diesen 9 km waren insgesamt 20 Hindernisse aufgebaut, welche komplett unterschiedlich zu meistern waren. Klettern, Kriechen, Robben oder Rutschen, dazu Wasser, Matsch und jede Menge Schnee, sowie eine Horde Football Spieler an denen es vorbeizukommen galt.

Der Radiosender ffn war eine Woche zuvor auf der Suche nach zehn Männern, welche die Morningshow Moderatorin Caro durch den Parcours bringen wollen. Nachdem mich auf Facebook ein Kollege verlinkte habe ich mich aus Spaß einfach mal dafür beworben (man wird ja eh nicht genommen) zwei Tage später klingelte das Telefon und ich wurde gefragt wieso weshalb warum. Am nächsten Tag ein zweiter Anruf und dann ein kurzes Telefonat mit den drei Morningshow Moderatoren welche später ausgestrahlt wurde und schon war ich angemeldet. So schnell kann es wohl gehen.

Also kurzerhand Last-Minute ein Hotelzimmer für eine Nacht in Hannover gebucht und am Samstag nachmittag ging es dann 230 km in Richtung Hannover. Es war nicht gerade warm, aber es war trocken, nicht gerade ein Traumwetter wenn man am nächsten Tag im Schlamm spielen will, aber nagut. Die Vorhänge zugezogen, das Licht ausgemacht und noch einmal etwas Schlaf suchen bevor es am nächsten Tag ernst werden würde. Nachdem der Wecker klingelte ein kurzer Blick auf Handy, Snapchat war voller Schnee Bilder! Vorsichtig den Vorhang beiseite ziehen und die große Überraschung! 5-6 cm Neuschnee und es schneite weiter… Aber nicht zu ändern, damit musste ich jetzt wohl Leben (so wie knapp 1.600 andere Starter auch). Also noch schnell frühstücken und dann ab zur “Neuen Bult” nach Hannover / Langenhagen, eine echte Rutschpartie, schließlich war noch kein Räumfahrzeug zu sehen gewesen.

Die Location ist eine Pferderennbahn mit einer riesigen Tribüne, zusammen mit dem riesigen schneeweißen Feld wirkte das Gelände einfach unendlich groß. Wir haben uns am ffn Zelt getroffen, nach und nach kamen die (B)Engel für Caro ein. Caro war auch da und hatte eine schlechte Nachricht für uns … sie war krank, mt Fieber und Antibiotikum und war somit nicht wirklich fit für ein solches Event. Kurz nachgedacht, und schon haben wir eine Schubkarre und eine Decke organisiert und Caro doch mitzunehmen. Die Blicke der anderen Teilnehmer waren schon lustig, schließlich starteten wir mit einer Schubkarre. Als (B)Engel durften natürlich Engelsflügel und Heiligenschein nicht fehlen, schließlich wollten wir ja auffallen.

Die Schubkarre mit Caro auf der Schneebedeckten holprigen Wiese zu schieben war ein echter Kraftakt. Aber bereits am ersten Hindernis (ein kleiner Teich mitten Wald) sorgte für einen Taktikwechsel, Caro wurde auf den Schultern getragen, bis beide stolperten und bis zum Kopf in Wasser und Matsch lagen. Ausruhen in der Karre war also erstmal nichtmehr drin, damit sie nicht komplett auskühlte. Es ging also mit einer leeren Karre weiter, welche wir liebevoll nach Caro (Caroline) benannten, also “Karreline”. Selbst über Kletterwände wurde die Karre gehievt, hier hat man gesehen wie viel Kind in uns allen Stand, wenn schon mit der Karre, dann auch richtig.

Die Temperatur von knappen 0°C war kein Problem, lediglich nach Wasserlöchern wurde die Füße kalt und man musste sehen schnell wieder ans Laufen zu kommen. Unsere Engelsgruppe blieb immer zusammen (auch mit der Karre) und uns wurden dementsprechend viele Fragen gestellt, an die man sich aber schnell gewöhnte. Kurz vor Schluss ging es dann nochmal durch Schuttcontainer voller Wasser, eine echte Kälteprüfung, die es in sich hatte.

Auf unserem Weg ins Ziel mit Caro und “Karreline” haben wir uns zeitweise wirklich den Arsch abgefroren, und der Weg mit der Karre war nicht immer so wirklich einfach. Aber wir haben es geschafft. Mit 1 Stunde und 45 Minuten haben wir immerhin bis auf 750 Plätze an den Sieg heran gelaufen, wir haben es also trotz der Handicaps bis ins gute Mittelfeld geschafft. Im Ziel gab es erstmal eine wärmende Rettungsdecke und eine Finisher Medaille (meine erste). Es war ein riesen Spaß sich so richtig dreckig zu machen und sich im Schlamm zu wälzen. Am schwierigsten waren nicht etwa die Laufstrecke von 9km oder die 20 Hindernisse, sondern die Wetterlage gepaart mit dem vielen Wasser.

Nach meinem zweiten Hinderniss-Crosslauf weiß ich jetzt auf jeden fall, dass es nicht bei zweien bleiben wird, ich halte dich Augen auf in Richtung Toughmudder oder Xletix und gucke was sich dort so ergibt (sind leider alle recht weit weg…). Der Steelman ist natürlich auch wieder ins Auge gefasst und der Vull wat Manns Loop auch fest auf der Liste.

Fotos: Radio ffn

« »

© 2019 Markus Wienberg
ImpressumDatenschutz