Eigentlich startete der 8. Vull wat Manns Loop in Logabirum am 22. September, für mich ging es damit aber schon eher los. Knappe 3 Wochen vorher habe wir in der Agentur mit einer neuen Website angefangen, welche pünktlich zum Lauf online gehen sollte. Zudem habe wir in der Woche zuvor die Strecke bereits besichtigt, um darauf einen Streckenplan erstellen zu können. Am Freitag vor dem Lauf ging es dann wieder in die Kieskuhle, der Aufbau begann, Flatterband, Absperrgitter, Getränkewagen und was noch alles so dazu gehört, alles wollte an seinen Platz. Ein paar Stunden später war dann auch alles soweit es geht vorbereitet.

Der erste Start am Samstag war gegen 15 Uhr, ich war bereits um 11 Uhr an der Strecke, schließlich musste ja jemand die Strecke testen, bevor die ganzen Wilden durchkommen sollten. Also schnell mal die alten Laufsachen und los gehts auf die Strecke. Da ich meiner Polar V800 so einen Lauf nicht zumuten wollte, habe ich mir zuvor eine billige Garmin GPS Uhr mit defektem Armband gekauft. Diese habe ich mir dann einfach in die kleine Schlüsseltasche der Hose gesteckt um die Strecke aufzeichnen zu können. Ein kurzer Druck auf “Start” und los ging es alleine auf die Strecke. Den Torfhügel hoch, durchs Gestrüpp und dann mit einem beherzten Sprung in den Wassergraben. Sich hier einen Weg zu bahnen war auch einer Herausforderung, schließlich hatte die Strecke zuvor keiner abgelaufen und es waren somit auch keine Spuren vorhanden. Von da aus ging es dann über den ersten Sandberg weiter zu einem Hindernis, bei dem man unter einem Gitter durchkrabbeln musste, was bei meiner Größe manchmal garnicht so einfach ist. Jetzt wartete das Höchste Hindernis auf mich, das “Biest”, ein riesiger lockerer ca. 20 m hoher Sandhaufen, jeder Schritt wurde nur ein halber, da der Fuß wieder einsackte im lockeren Sand. Es ist wirklich ein Kraftakt hier rauf zu kommen. Oben angekommen erstmal wieder herunter stapfen und kurz die Pumpe wieder beruhigen. Nun schnell das Tempo wieder aufnehmen und weiter,über Heuballen, im ZickZack und durch den Wald über Wurzeln. Dann stand man vor dem See. Es waren knappe 13 Grad Außentemperatur, ich habe bis dato nur geahnt, wei kalt das Wasser ist. Ich habe einen Moment überlegt, was ich hier überhaupt tue und bin dann schnell in den See gesprungen. Einem Moment blieb die Luft weg, dann ging es wieder. Also schnell losschwimmen, umso schneller kann ich auch wieder raus aus dem Wasser. Es folgten dann Hindernisse wie eine ca. 1,5m hohe Torfkante, Sandwälle mit Wasser dazwischen und Sanwälle ohne Wasser. Dann ging es auf die längste Lauf Passage der Strecke, ca. 1km ohne Hindernisse. Hier konnte man sich innerlich wieder etwas ordnen und den Herzschlag senken, der durch das ganze Klettern und den vielen losen Sand nach oben gestiegen war. Auf den letzten 700m folgen noch noch eine ganze Menge Hindernisse. Dazu zählte ein Torfberg und ein Sandwall, danach kam das Hindernis, was für viele am besten ist. Zwei Schlammlöcher, eins zum laufen und eins zum Kriechen. Im ersten war es wirklich schwierig durchzukommen, da die Füße bei jedem Schritt wieder tief im Schlamm feststeckten. Im zweiten Loch schmiss ich mich ohne Rücksicht auf Verluste auf den Bauch und robbte durch den Schlamm, bis zum Hals reichte der Dreck, aber es soll ja schließlich auch richtig Spaß machen, und ich bin ja nicht hier, um sauber zu bleiben. Jetzt schnell wieder ins Laufen kommen und einmal quer durch den Schlot durch, kurz laufen und dann wieder herunter in den Graben, jetzt ging es durch ein Rohr unter der Straße hindurch. Ca. 15m ging es durch das stinkende Rohr, dunkel war es auch. Jetzt noch schnell wieder nach oben und schon ging es auch ins Ziel. Die Dusche unter kaltem Wasser war nun auch mehr als angebracht, ich war ca. 40 min durchnässt durch die Kieskuhle gerannt und habe danach noch kalt geduscht, dementsprechend kalt wurde mir jetzt auch. Schnell umziehen und dann von Heino Der Stimme vom Ossiloop und Vull wat Manns Loop) noch eine dicke Jacke ausleihen, eine echte Wohltat! Danach kamen dann auch schon die ersten Starter. Heute gab es lediglich Läufe über 5 km ohne Zeitnahme, also Just 4 Fun sozusagen. Knappe 700 Leute wollten sich diesen Spaß nicht entgehen lassen und machten sich, wie ich auch schon zuvor, so richtig dreckig. Alles in allem Verlief der Tag ohne Zwischenfälle bei den Läufern. Dann wurde noch kurz etwas aufgeräumt und es ging nach Hause, erstmal warm duschen 😉

Sonntag morgen stand ich dann um 8.30 Uhr wieder in der Kieskuhle, es mussten noch einige Sachen mit Flatterband gekennzeichnet werden, die uns am Vortag aufgefallen sind. Als wir dann von unserer Rundtour wiederkamen musste ich mich auch schon gleich schnell umziehen und an den Start gehen. Heute standen 2 Runden mit Zeitnahme auf dem Plan. Also nicht so langsam und gemütlich wie am Vortag sondern schon mit dem Wettkampf Gedanken im Hinterkopf. Zu Beginn war es recht eng auf der Strecke, aber nach knapp einem km zog sich das Feld bereits soweit auseinander, dass man in Ruhe laufen konnte. Die Strecke war die gleich wie am Vortag, ich gehe also mal nicht weiter darauf ein jetzt. An sich fühlte ich mich ganz gut auf der Strecke, ich konnte nach den Hindernissen immer schnell wieder ins Laufen reinkommen und mich so etwas erholen. Unterwegs dann regelmäßig den Bekannten an der Strecke die am fotografieren waren zugewunken. Manchmal auch mit offenen Armen auf sie zugerannt und auf die Reaktion geguckt, die meisten rannten schnell weg, mochten mich wohl nicht 😉 Sowohl die erste, als auch die zweite Runde bereiteten mir keine Probleme. Nach dem Zieleinlauf habe ich erstmal ein wenig Smalltalk mit den Umstehenden und den nach mir ankommenden Startern gehalten. Dann machte ich mich auf den Weg und sprang einmal in den See, um den ganzen Schlamm runter zu waschen. Dann wurde mir so langsam auch wieder kalt. Schnell trockene und warme Sachen anziehen (heute hatte ich ein langes Thermo-Unterteil, einen dicken Hoodie und eine alte Winterjacke dabei). Dennoch dauerte es über eine Stunde bis mir nicht mehr so kalt war und ich aufhörte zu zittern. Währenddessen half ich noch ein wenig an der Strecke, denn nach uns starteten noch zwei Gruppen über 5 km, einmal mit und einmal ohne Zeitnahme. Also dann später alle Läufer im Ziel waren begann noch das große abbauen. Flatterbänder, Richtungsschilder, Absperrgitter und Tische musste abgebaut und verstaut werden, Banner wurden abgehängt und der ganze Müll musste auch noch eingesammelt werden. Da wir aber wirklich viele Helfer waren ging auch das relativ schnell von statten. Es war also geschafft, 3 Tage Vull wat Manns Loop lagen hinter uns, jetzt folgte am nächsten Tag nur noch das gemeinsame Helferessen und die Foto-Nacharbeit bei der Arbeit im Büro.

Ein Andenken an den Lauf habe ich aber trotzdem noch, und zwar bin ich in einer Wasserfläche bei der der Untergrund uneben war einmal umgeknickt. Jetzt merke ich seit ein paar Tagen, dass mein Knöchel etwas rumzickt (siehe Foto oben). Mit soetwas kann man zwar fast rechnen, gut finde ich es trotzdem nicht, zumal ich in zwei Wochen beim 10km Lauf im Rahmen der Bremen Marathons starten werde, bis dahin muss alles wieder klappen. Aber da bleibe ich mal optimistisch 😀

Fotos: Linda Pleis | Hafenbude Werbeagentur | Vull wat Manns Loop | Stephan Krisp